Die neue Woche begann leider mit etwas Regen und einem
Blitzeinschlag ins Unigebäude, natürlich genau dann wenn ich am Pc sitze und
eine ausführliche E-Mail an Nina schreiben will und kurz vor dem Ende „BOOM“
alles weg – na toll. Als Entschädigung gab es dafür einen umwerfenden und farbintensiven Regenbogen. Und Regen hält uns sowieso nicht vom Laufen ab,
denn nach wie vor kämpfen wir mit den Bergen hier, aber nach und nach läuft es sich
leichter und immer schneller, trotzdem freue ich mich auf mein gewohntes
Flachland für meine Joggingeinheiten. An Sport mangelt es hier also nicht, im
Gegenteil, ich befürchte ein leichtes Übertraining, da am Dienstag mein
Physical Education Kurs gestartet ist und dieser aus einer kurzen
Theorieeinheit im Klassenraum und einer langen und sehr lustigen Einheit in der
Sporthalle besteht. Hier wir uns alles Wichtige beigebracht worauf man beim
Sportunterricht achten muss und wie man am Besten Kinder trainiert und ihre
Kräfte, Fähigkeiten und Muskeln mobilisiert. Es ist sehr aufschlussreich und
macht extrem viel Spaß, was auch mal wieder dem Professor zu verschulden ist.
Das Coole an dem Kurs ist, dass wir alles was in der Theorie besprochen wird
auch selbst umsetzen und ausführen, d.h. in der ersten Stunde sämtliche Spiele
kennenlernen – juhu Fange spielen mit jungen Erwachsenen und sich wie ein
Kleinkind freuen, wenn man erfolgreich eine Kür mit dem Hula-Hoop-Reifen
präsentiert hat. Awesome, das ist genau mein Kurs! Einen kleinen Fitness-Test
gab es auch, der mir Dank der Sit-Ups nun einen kräftigen Muskelkater im Bauch
verschafft hat. Lachen ist seitdem unmöglich, also bitte nur noch ernst sein!
Am Mittwoch (heute) wollte ich dann einen Tag mit Sport
aussetzen, aber als ich früh von der Sonne geweckt wurde und mich die Vögel
praktisch aus dem Bett gezwitschert haben, konnte ich einfach nicht anders als
meine Laufschuhe anzuziehen und meine gewohnten Runden um den Block zu ziehen.
Es war Mal wieder keine einzige Wolke am Himmel zu sehen und die Luft war noch
frisch vom Regen der letzten Tage. Eine friedliche Atmosphäre legte sich auf
das gesamte Städtchen und die Einwohner. Auf dem Weg zurück zum Haus, kam mir
dann eine sportliche Kanadierin entgegen gejoggt und als sie mich vom Weiten
schon erblickt hatte, wandelte sich ihr Schnaufen in ein fast schon unheimlich
wirkendes Lächeln um und rannte mir in einer Mordsgeschwindigkeit bergauf
entgegen. Oh Gott, was würde denn jetzt passieren? Rennt sie mich gleich um und
klaut mir meine Laufschuhe oder jagt sie mich den ganzen Hügel bergauf? Nein,
sie hob ihre Hand und rief mir „High Five running girl“ entgegen und so
klatschten wir gemeinsam ein und ich hörte hinter mir nur noch ein „Yeaaaaah
nice!“ rufen und da war sie auch schon wieder weg. Was für ein toller
sportlicher Zusammenhalt! In Deutschland bin ich schon froh, wenn mir beim
Joggen mal jemand ein müdes Lächeln zu Begrüßung schenkt, meistens ist aber
doch eher ein verklemmtes du-siehst-mich-nicht-auf-den-Boden-Starren. Hier in
Kanada an einer Laufveranstaltung wie einem Halbmarathon teilzunehmen, muss
unglaublich sein. Ich war ja sonst schon immer vom Sportsgeist in Deutschland
total angetan, aber hier muss es glaube ich noch viel überwältigender sein und
noch viel intensiver vom Glücksrausch, weil einfach alle immer und überall gut
drauf sind und Zusammenhalt hier einen hohen Stellenwert erfährt –
Ansteckungsgefahr!
Nach dem Guten-Morgen-Lauf ging es für die Bio Vorlesung in
die Uni und gleich im Anschluss danach zum Kenna Cartwright Nature Park,
welcher sich gleich neben der Uni befindet und dreimal dürft ihr raten was ich
da gemacht habe… ?! Ja genau, Wandern!
Zusammen mit Mathias ging es ca. 3,5 Stunden den Berg zum Lookout hoch und durch das kleine Hinterland von Kamloops. Von hier hatte man eine noch schönere Aussicht über das Städtchen und die umliegenden Berge. Wir konnten sogar den Kamloops Lake bestaunen, welcher sich sonst weiter westlich hinter einem Berg versteckt.
Zusammen mit Mathias ging es ca. 3,5 Stunden den Berg zum Lookout hoch und durch das kleine Hinterland von Kamloops. Von hier hatte man eine noch schönere Aussicht über das Städtchen und die umliegenden Berge. Wir konnten sogar den Kamloops Lake bestaunen, welcher sich sonst weiter westlich hinter einem Berg versteckt.
Nach einer Umrundung gab es zum Abschluss noch ein
Highlight. Noch nie zuvor in meinem Leben bin ich einem Deer (Hirsch) so nah
gewesen. Zunächst wurden wir neugierig beäugt und für eine Weile gründlich
fixiert. Als dann jedoch festgestellt wurde, dass wir nur gaffende Touristen
sind und total langweilig und harmlos, wurde uns nicht weiter Beachtung
geschenkt und der Hirsch graste friedlich weiter. Ein super Augenblick, um ganz
viele tolle Fotos aus nächster Nähe zu schießen. Als wir uns satt gesehen
hatten, machten wir uns auf den Heimweg, da noch einige organisatorische
Aufgaben auf uns warteten.
Die Wanderung diente nämlich nicht nur zum Spaß und zur
Erkundung, es war auch eine kleine Vorbereitung auf das Wochenende. Ein Trip
nach Banff stand nämlich auf dem Plan und einige letzte Feinheiten mussten noch
recherchiert werden, bevor es Morgen (Donnerstag) zu fünft in den Nationalpark
ging.
Was und wie genau geplant ist, berichte euch dann nächste Woche, wenn ich mit tollen Eindrücken, Fotos und Erlebnissen zurück bin. Als kleinen Appetitanreger kann ich euch nur empfehlen „Banff“ bei Google Bilder einzugeben. Seht selbst.
Was und wie genau geplant ist, berichte euch dann nächste Woche, wenn ich mit tollen Eindrücken, Fotos und Erlebnissen zurück bin. Als kleinen Appetitanreger kann ich euch nur empfehlen „Banff“ bei Google Bilder einzugeben. Seht selbst.
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