Zitat

"Das Leben wird nicht gemessen an der Zahl der Atemzüge, sondern an den Orten und Momenten, die uns den Atem rauben."

Freitag, 28. Februar 2014

Let's hit the road ... on the right side

Nun war es so weit. Am Morgen des sonnigen Donnerstags wurde hektische umher gewuselt, Sachen gesucht und gefunden. Letzte Gepäckstücke verstaut und sonstige Vorbereitungen getroffen, wozu auch ein ausgiebiges Frühstück mit Dan und Tom zählte. Diese zwei Australier habe ich im Hostel, einige Tage vor meiner Abreise, kennen gelernt und wie es so ist kommt man bei zwei, drei Bier auf spontane Ideen. Zum Beispiel gemeinsam auf eine Autoreise zu gehen, zumindest zum Teil. Die beiden hatten zwar schon einen Bus nach Banff gebucht, aber ich konnte ihnen erfolgreich mein Auto aufschwatzen, sodass sie kurzerhand bei mir und Cassie eingestiegen sind.
Dies hat mich besonders gefreut, nicht nur weil sie den Sprit bezahlt haben (hihi) sondern mir auch tolle Gesellschaft geleistet haben und damit die langen Wege einem viel kürzer vor kamen. Achja und Tom war Mechaniker, was natürlich für eine bevorstehende Kontinentdurchquerung mir auch ganz gut in den Kram passte.

Tank aufgefüllt, Reifen aufgepumpt, Scheiben frei gekratzt, Taschen verstaut, Passagiere platziert und Knabberproviant griffbereit. Na dann: Let’s hit the road!
Erste Station hieß Banff, da wir aber recht spät gestartet sind und 800km doch ne weite Strecke für ein Land mit Bergen und ohne Autobahn ist, beschlossen wir einen Übernachtungstopp in Revelstoke zu haben. Zunächst mussten aber die Whistler-Gegend verlassen werden. „Do you know which way to go Jane?“ Fragte mich Dan. Was? Ich verstehe die Frage nicht, natürlich. Ist doch nicht so schwer, hier gibt es nur eine Straße und die führt Richtung Osten und da wollen wir ja schließlich hin. „Does it mean you don’t even have a map? What about google maps on your phone?“ Well… ich und Smartphones sind uns nicht wirklich nah. Mein Streichelphone und ich sind mehr so platonisch befreundet. Immerhin nutze ich es zum Musik abspielen und Karten sind überbewertet, wie gesagt Richtung ist Osten und mehr braucht man als Orientierung nicht. „Alright Jane, guess I’ve to trust you.“ Als alle Zweifel dann beseitigt waren, kamen wir nach knapp zwei Stunden an einem wunderschönen See an. Geeigneter Platz, um eine kurze Fotopause einzulegen und die windige Atmosphäre zu genießen, doch dann sollte es schnell weiter gehen. Stellte sich nur die Frage auf welcher Straße. Hmm hier geht es nicht weiter, es sei denn Cassie ist ein Amphibienfahrzeug und wir schwimmen durch den See. „Ich glaub wir haben uns verfahren.“ Kam es zaghaft von Dan und sein schämiges Grinsen wartete schon startbereit im Mundwinkel. Neeeein wir können gar nicht falsch sein, es gibt hier nur eine Straße und die führte immer geradeaus. Ein Stück zurück gab es zum Glück in dem verlassen Sommerörtchen einen offenen Imbiss, wo die Mitarbeiterinnen nur mit einem großen Lachen sagt „Tja Schätzchen, ihr seid vor ca. 40 Minuten in die falsche Straße eingebogen.“ Oh sind wir? Verdammt. Spätestens jetzt und für den gesamten restlichen Trip, würde Dan mich auslachen und mir meine „wir brauchen keine Karte“-Einstellung vor die Nase halten. Zum Glück sind Australier ziemlich entspannte Gesellen und so konnte ich sie mit meinem „Ich wollte euch doch nur die schöne Landschaft mal zeigen“-Ausweichmanöver besänftigen. Okay vielleicht haben auch meine Kekse ebenfalls dazu beigetragen.


wir am Umweg-See



(v.l.) dirty Cassie, Dan & Tom








Zurück auf der richtigen Straße passierten wir eine atemberaubende Landschaft mit weiteren glitzernden Seen, majestätischen Bergen und steilen Schluchten. Mit dem GPS auf den Smartphones der Jungs ging es dann auch direkt ohne Panorama-Umwege (wie langweilig…) nach Kamloops, wo unsere knurrenden Mägen eine Esspause einforderten. Einmal in meiner alten Heimat wieder angekommen, kam ich aus den Erinnerungen nicht mehr raus und kaute den Jungs ein Ohr nach dem anderen ab:
„Und hier bin ich immer zu Uni gelaufen. Bei der Post habe ich immer meine Briefmarken gekauft und hier haben wir auf den Bus gewartet, wenn wir Downtown was trinken gehen wollten und dort…“ „Ist ja alles hübsch und nett Jane, aber sag uns Mal lieber wo wir was Essbares finden!“ entgegneten Tom und Dan geduldig. Bei einem schmackhaften Falafelsandwich kapselte sich meine geistige Präsenz vom Gesprächsthema der Jungs ab und ich schaute verträumt aus dem Fenster und rief alle vertrauten Bilder der alten Zeiten wieder auf. All die bekannten Straßen, Häuser und Hintergrundlandschaften hätten mich fast wieder in eine sentimentale Stimmung gebracht, aber zum Glück erinnerten mich die Jungs wieder daran, dass eine weitere und aufregende Reise mir noch bevor stand. Damit hieß es dann auch keine Zeit zu verlieren und das Sonnenlicht noch so gut wie möglich auszunutzen, um nicht in Dunkelheit in Revelstoke anzukommen.

Nach 6 Stunden Autofahrt war ich doch ziemlich müde und kaputt und hoffte, dass einer der Jungs vielleicht Lust hätte die letzten 200km zu fahren. Etwas unsicher, aber sichtlich neugierig wollte Tom es Mal ausprobieren. Als eingefleischter Linksfahrer aus Australien, würde es sein erstes Mal auf der rechten Straßenseite sein. „No worries! I’m with you and gonna tell ya where to drive!“ versicherte ich Tom und nahm entspannt meinen Beifahrerplatz ein. Nach einer kurzen Einweisung und wenigen Erklärungen im Feierabendverkehr der Stadt erreichten wir auch schon den Highway, welcher recht einfach zu befahren ist. Kurz noch die Erinnerung, dass langsamere Fahrzeuge auf der rechten und nicht linken Spur ihren Platz haben und schon habe ich einem Australier das Rechtsfahren beigebracht. Sichtlich erfreut darüber, hörte Tom gar nicht mehr auf zu grinsen und selbstverständlich musste ein Beweisfoto gemacht werden. Danach mutzelte ich mich gemütlich in den Beifahrerschlaf.

Happy Tom on the right side



In Revelstoke dirigierte ich die Jungs in ein Hostel und parkte Cassie direkt davor. Die Nacht würde ich natürlich im Auto verbringen und somit mein Campingabendteuer starten, aber das kostenlose Internet und den Komfort der Dusche des Hostels natürlich dreist ausnutzen. Im Gemeinschaftsraum machte ich noch Bekanntschaft mit der zweit meist verbreiteten Nation in den Skigebieten – den Deutschen. Bei Unterhaltungen über Auslandssemester, Skifahren und Reiseabenteuer, stellte sich auch heraus, dass die Beiden die Zimmergenossen von Tom sind und es sei wohl noch ein Bett bei denen frei. „Schlaf doch bei uns.“ Schlug der Eine vor (dessen Namen ich leider vergessen habe…) Fabian vor. Nee ach dass kann ich ja nicht machen, hab doch gar nicht bezahlt und was ist wenn dann plötzlich noch einer kommt der reserviert hat. „Da kommt keiner mehr, die Rezeption hat schon geschlossen, d.h. es kann keiner mehr einchecken.“ Na gut in dem Fall gehört das Bett jetzt einfach mir. Schnell Sachen aus dem Auto geholt und den Luxus einer kostenlosen Hostelnacht in vollen Zügen genossen.

Am nächsten Morgen ging es auch schon weiter, nur noch weniger Kilometer bis nach Banff waren übrig, welche Tom ganz aufgeregt fahren wollte. In der atemberaubenden Kulisse der Rocky Mountains war ich froh der fotografierende Beifahrer zu sein, der Kekskrümel überall verteilte. Wie gut, dass ich in Kanada bin, wo Autos zum Fahren und nicht als Statussymbol gebaut wurden und zum Glück war es mein Auto, dass ich nach Herzenslust vollkrümeln und bekleckern durfte. Wundervolle Freiheiten, die ich da auf meinem gemütlichen Beifahrersitz genießen konnte.
Jedoch nicht lange, denn dann waren wir auch schon im wunderschönen Banff mit den malerischen Bergen und den vertrauten Straßen und Ecken. So wunderschön es hier auch war, hieß es leider auch mich von meinen Reiseabschnittgefährten zu verabschieden. Die beiden würden bei ihren australischen Freunden wohnen und den Rest ihres Aufenthalts hier verbringen, während ich mich weiter Richtung Osten begeben würde. Aber bevor ich die kanadischen Highways unsicher mache, wollte ich noch einige Tage im Nationalpark-Paradies Kraft tanken und diese Gegend so gut es geht in mich aufsaugen.


Wie es danach weiter ging, berichte ich im Nächsten Beitrag.

ein Stück Gips auf Reise


guck mal raus Dan



Mittwoch, 26. Februar 2014

Australisches Ende Tag 16 – 19

Der nächste Montag war dann der Anfang vom Ende. Heute würde Mic nach Hause fliegen, am Mittwoch fährt dann Oskar zurück nach Kamloops und ich würde am Donnerstag Whistler auch verlassen und mich zunächst auf dem Landweg Richtung Heimat begeben. Dementsprechend schwebte eine trübe Stimmung bei uns herum, die jedoch noch durch ein letztes Prozedere aufgewirbelt wurde. Die ursprünglich vier Jungs hatten sich in Kamloops nämlich gemeinsam ein Auto gekauft und jetzt wo sich die Gruppe auflöst, sollte der fahrbare Untersatz natürlich verkauft werden, um den Erlös dann gerecht wieder untereinander aufzuteilen. Schon seit Wochen hatte die Vier versucht das Auto zu verkaufen, doch trotz zahlreicher Interessenten erfolglos. Spaßeshalber hatten sie auch den Bekanntschaften im Hostel das Auto angeboten und u. a. auch mir zu einem Freundschaftspreis angepriesen. Zu keiner Zeit hatte ich ernsthaft an ein Auto gedacht, doch kurz vor dem Wochenende, als der nächste Reiseabschnitt und damit auch die Planung vor der Hosteltür stand, kam mir die Idee mit dem Auto gar nicht mehr so verkehrt vor. Anfänglich plante ich mit dem Bus quer durch Kanada zu reisen, was eigentlich recht bequem ist. Allerdings habe ich beim Durchrechnen festgestellt, dass alleine die Bustickets mich schon mehr als 800$ kosten würden. Und dann müsste ich noch mit meinen gebrochenen Knochen das schwere Gepäck durch die Gegend schleppen und jedes Mal eine Unterkunft suchen und bezahlen. Bei ca. 30 – 40$ die Nacht für 20 Tage ist man auch schnell wieder bei einer Summe von 700$ und mehr. Da lächelte mich das 600$-Auto von den Jungs natürlich ganz verführerisch an.
Als Mic, der eingeschriebene Eigentümer des Autos, dann so gut wie auf dem Weg nach Hause war, habe ich nicht mehr lange nachgedacht und in einer spontanen Aktion ihm das Auto abgekauft und nach einem kurzen Besuch bei der Versicherungsfirma mit dem notwendigen Papierkram gehörte die gute Cassie auch schon mir.
Danach wurde der lange Nachmittag noch mit Kartenspielen verbracht und dann fuhr der Bus mit Mic auch schon davon. Als der schwere Abschied halbwegs verdaut war wurde noch ein Film geschaut und langsam ein grober Plan für meine Kanadadurchquerung erstellt. Doch bevor es dann auf die Highways ging standen noch drei letzte Tage im Hostel an. Auf Grund der schlechten Schneeverhältnisse und dann auch noch einem Steckenbleiben im Sessellift für eine halbe Stunde, haben Oskar und ich den letzten Skitag frühzeitig abgebrochen und uns lieber in der gemütlichen Gemeinschaftsküche lustig unter das Volk gemischt.
Dann war auch schon Mittwoch. Ellysha und ich setzten Oskar an der Busstation ab und ließen ihn mit einer letzten Umarmung zurück nach Kamloops fahren. Nun war wirklich ein großes Stück Kanada vorbei. Alle Uni-Leute waren weg. Die Weihnachtsgruppe war weg. Die Whistlergruppe war weg und übrig blieb nur ich. Glücklicherweise hatte ich noch die neuen Bekanntschaften aus dem Hostel, die dafür sorgten, dass keine Langeweile und Traurigkeit aufkam.

Cassie

So hatte u. a.  Ellysha vorgeschlagen den letzten Tag zusammen snowboarden auszuprobieren. Als eingefleischte Skifahrer sahen wir der Sache etwas skeptisch gegenüber, aber man muss ja offen für Neues sein. Als Flo nach Hause geflogen ist, hatte sie ihr Snowboard und ihre Boots hier gelassen, welche mir glücklicherweise wie angegossen passten und ich somit nutzen konnte. Ellysha hatte sich auch ein Board von einem Freund organisiert und so sind wir dann hochmotiviert auf den Idiotenhügel raufspaziert. Und da standen wir nun. Okay wie genau funktioniert das jetzt mit den Bindungen und machen wir erstmal nur einen Fuß oder gleich beide fest? Etwas hilflos stolperten und hoppelten wir über die Piste und freuten uns über jeden Zentimeter den wir unbeschadet zurück legten. Nach einer Weile trudelten auch einige Gruppen von Snowboardschulen ein und übten gemeinsam die ersten Schritte. Eine super Möglichkeit also für uns ein bisschen was von der Unterrichtsstunde abzuschauen. Getarnt als ein unkontrollierter Richtungswechsel, robbten wir uns unauffällig an die Gruppen heran und beobachteten was die denn so machen. Aha ‚edgen’ also und langsam den Hügel runter rutschen auf der Kante. Wird natürlich gleich ausprobiert und nach einigen Versuchen hat es auch tatsächlich geklappt. Stolz wie ein Vorschulkind, welches das erste Mal den eigenen Namen geschrieben hat, wagten wir uns auf höhere und steilere Pisten. Auf dem Magiccarpet (das Transportfließband) ging es die Hügel hinauf und dieser war rappelvoll. Ausgewiesen als Lern- und Trainingsstrecke befanden wir uns sozusagen auf dem Hotspot für jegliche Crashkurse. Alle Skischulen übten hier ihre Kurven und Abfahrttechniken. Kurz vor der ersten Abfahrt hoffe ich nur, dass es mehr Kurs als Crash geben würde. Sobald die Strecke halbwegs frei war purzelten auch Ellysha und ich den Hang herunter und wir sind sogar unten angekommen – lebend!
Mit dem Luxus des Fließbandes, wo man sich rauf stellt und dann gemütlich hoch transportiert wird, hat die gesamte Geschichte sogar richtig Spaß gemacht. Jetzt wo man nicht mehr den Hügel mühsam hinauf laufen musste, konnten wir unsere gesamte Energie auf das runter- und nicht hinaufkommen konzentrieren und somit auch viel öfter die Strecke befahren. Bei jedem Versuch klappte es besser und jedes Mal entdeckten wir einen neuen Trick, wie die Technik besser klappt. Zwischendurch half uns sogar ein Snowboardlehrer der uns immer beobachtet hatte und gab den ein oder anderen wertvollen Hinweis. Kurz vor der Mittagspause hatte ich dann meinen persönlichen Teilerfolg, da ich mehrmals die Piste ohne Hinfallen und recht zügig mit Rechts- und Linkskurve gemeistert habe.
Der Magen mit Veggieburger und Süßkartoffelpommes gefüllt ging es wieder auf den Trainingshügel und sogar auf die erweiterte Piste, wo man den Sessellift nehmen muss. Auch noch Mal eine Herausforderung, die mit dem komischen Brett erstmal gelernt werden muss. Glücklicherweise sind wir nicht aus dem Lift gefallen, auch wenn das meiner Gips-Geschichte den nötigen Wahrheitsgehalt geben würde.

Um Mal eben kurz vom Thema abzuschweifen: Nach nun mehr als vier Wochen, war ich es natürlich Leid bei der Nachfrage, was denn passiert sei, meine peinliche Schneeballschlachtgeschichte preis zu geben. Stattdessen habe ich mir diverse neue Storys ausgedacht, wo die Leute, die mich und die Wahrheit über den Arm kannten, immer wieder nur die Augen gerollt haben. Einigen konnte ich aber tatsächlich weismachen, dass ich mich auf einer fünftägigen Wanderung mit einem Grizzly angelegt habe oder nach der ersten glücklichen Landung eines Tripple Corks, die Zweite leider unglücklich in den Sand bzw. Schnee gesetzt habe. Aber meine Lieblingsgeschichte ist immer noch die, wo ich aus dem 7Meter hohen Sessellift gesprungen bin, um ein kleines Mädchen zu retten und sie dann tapfer, trotz Armbruch, eigenhändig und sicher zum Lifthaus gebracht habe. Die unglaubwürdigen Blicke waren einfach unbezahlbar. Manchmal sind meine Freunde eingesprungen und haben meine Geschichte mit Augenzeugenberichten unterfüttert, sodass ich manchmal ein Schulterklopfen mit einem „Wow du bist ein Held!“ bekommen habe, worauf ich natürlich nur lässig „Ach keine große Sache, das hätte doch jeder gemacht…“ entgegnete. Meistens habe ich die Geschichte aufgelöst, manchmal aber … naja manchmal habe ich sie so stehen lassen. Die Leute sehe ich wahrscheinlich eh nie wieder und falls doch, dann wissen sie wenigstens wer ich bin.

Aber zurück zum Anfängerhang, den wir gekonnt meisterten. Mal abgesehen von dem einen Mal, wo mich das Snowboard fast in den Bach neben der Piste stürzte und ich ohne Hilfe und mit nur einem Arm auch nicht mehr heraus kam. Als aber Ellysha ihren Lachanfall endlich überwunden und genügend Beweisfotos geschossen hat, half sie mir aus der blöden Situation. Zum Abschluss des erfolgreichen und lustigen Snowboardtages beschlossen wir den gesamten Weg vom Idiotenhügel ins Tal zu fahren uuuuuund jaaa wir haben es geschafft. Beide. Lebend. Ohne gebrochene Knochen und mit einem großen Grinsen. Vielleicht kriege ich es ja hin ein Video von unserem Snowboradversuch hochzuladen.






Der Abend wurde dann entspannt mit Gesprächen und natürlich unserer heutigen Heldentat gemütlich verbracht. An meinem letzten Abend im Hostel hatte ich beschlossen nicht trinken oder tanzen zu gehen, sondern es stattdessen ruhig angehen zu lassen. Naja sagen wir fast.
Denn ein wichtiges Abschlussprojekt musste noch vollendet werden.
Die Operation: Gips entfernen!
Nach mehr als vier Wochen war es nu so weit, jedoch bin ich dafür nicht zum Arzt gegangen, da mich der ganze Spaß wieder locker 800$ kosten würde und ach das kann man doch bestimmt auch alleine hinkriegen. In einer hübschen Fotodokumentation kann man den teilweise lustigen Prozess mitverfolgen. Zunächst habe ich es auf eigene Faust mit dem einfachen abrollen probiert und bin nach einer Schicht kläglich gescheitert, da das Faserglas (war also kein richtiger Gips) so fest zusammengeschweißt war, dass man es nicht einfach abziehen konnte. Also musste Caz zur Hilfe und hat sich mit einem zunächst Buttermesser und später einem Brotmesser heran gewagt. Damit ist sie auch recht weit gekommen, aber an der verengten Stelle des Handgelenks ist sie leider gescheitert, sodass Jono der Handwerker-Kiwi mit seinem Werkzeug helfen musste. Mit Minisäge, Katamesser und vereinten Kräften von Leah, Mark, Ellysha, Caz und Jono haben wir es nach gut 90 Minuten tatsächlich geschafft meinen armen Arm zu befreien.

Was für ein befreiendes Gefühl!!! Nach mehr als einem Monat habe ich mein Ärmchen wieder zu Gesicht bekommen und würde nun wieder normal unter die Dusche gehen können und ein Waschgang war auch mehr als Notwendig. Wenn das Mal kein erfolgreicher Abschluss für meinen Aufenthalt in Whistler ist.

















Montag, 17. Februar 2014

Australisches Whistler Tag 13 - 15 Oi, oi ,oi!

Die folgenden Tage liefen im relativ gleichen Muster ab: Skifahren, Essen, Schlafen. Skifahren, Essen, Schlafen. Skifahren, Trinken, Schlafen. …
Zwischendurch sind wir in einer größeren Gruppe immer mal wieder ins Dorf gefahren und haben an Quizabenden in Kneipen teilgenommen (und ein Freibier gewonnen), sind Abendessen in einem Restaurant gewesen oder haben in den Clubs getanzt. Am Freitagmorgen verabschiedeten wir uns dann von Kasper. Auch er reihte sich zu denen ein die das schöne Kanada verlassen. Eine letzte Umarmung und dann ging er davon. Während Kasper sich auf dem Weg nach Vancouver und Dänemark befand, sind Ellysha, Ryan, Mic, Oskar und ich wieder auf den Berg. Zusammen haben wir das sonnige Wetter und steile Abfahrt genossen, bis die Jungs beschlossen haben in den Funpark zu gehen, um ein paar Sprünge zu üben. Ellysha und ich haben stattdessen das Hinuntersausen der schwarzen Pisten perfektioniert. Zum Teil auch in komplett neuen Techniken und haben dabei herausgefunden, dass wenn man die Skiier abwirft, sich auf den Hintern setzt und dann geradewegs hinunter rutsch, man viel schneller unten ist. Macht auch eigentlich einen Haufen Spaß, vor allem für alle die einem dabei zu sehen dürfen. Nur das Hochstampfen und Material einsammeln ist eher weniger cool. Zum Glück war Ellysha bei meinem Stunt noch auf dem Gipfel und konnte mir meinen Ski hinunter bringen.

Danach nahmen wir unsere letzte Abfahrt zurück zum Auto, wo wir die Jungs treffen würden. Gut gelaunt und fröhlich kamen wir dort auch an und wollten von unserem lustigen Nachmittag berichten, als uns auffiel dass es nur zwei der eigentlich drei Jungs anwesend waren und die auch noch etwas unfröhlich aussahen. Wo ist denn Ryan fragten wir die Anderen und es kam ein trockenes „im Krankenhaus“ zurück. Waaaaas ??? Ellysha und mir ist alles aus dem Gesicht gefallen. Was ist passiert? Bei einem der Sprünge hat er wohl zu viel Geschwindigkeit gehabt und ist zu steil abgesprungen, sodass er genau in die Lücke zwischen Schanze und Landeplattform mit dem Rücken aufgekommen ist und sich nach dem Aufprall nicht mehr bewegt hat. Es waren wohl locker 5 oder 6 Meter, die er gefallen ist. Ein Notfalltransport wurde sofort angefordert und hat ihn vom Berg abtransportiert. Nach der detaillierten und grauenvoll klingenden Schilderung erklärten die Jungs dann nüchtern: „But he’s alright, he was joking and smiling.“ Irgendwie hat uns das Mädels nicht gerade besänftigt.
Gemeinsam sind wir dann sofort ins Krankenhaus gefahren, um ihn zu besuchen und den Stand der Dinge in Erfahrung zu bringen. Nach einer halben Ewigkeit im Wartezimmer, durften wir ihn dann endlich sehen und er schien wirklich recht aufgeweckt. Die Schmerzen wurden locker weggespaßt und seine Geschichte heldenhaft umschrieben. Was jedoch genau mit seinem Rücken und Daumen Sache war, wusste noch keiner, da er seit zwei Stunden bereits auf  den Arzt mit den Röntgenaufnahmen wartete. Wir beschlossen dann im Dorf bei einem Bier auf seine Nachricht zu warten.
Zwei Stunden später erhielt wir auch schon seine Sms und konnten ihn abholen und zurück ins Hostel bringen. Seinem Rücken geht’s zum Glück gut, kein Bruch, keine Verschiebung, kein nichts, nur eine Zerrung die ihn wohl noch einige Tage lang schmerzhaft begleiten wird. Sein Daumen hingegen hat eine Knochen-Absplitterung erlitten und so durfte er genau wie ich einen hübschen Gips am rechten Arm tragen. Wir waren jetzt offiziell Cast-Mates! Da auch er rechtshändig ist, durfte ich ihm alle hilfreichen Tricks und Tipps zum Leben mit der linken Hand beibringen.
Mein Leben als Gipsindividuum im Hostel hatte spätestens jetzt damit sein endgültiges Ende gefunden. Wo ich vor einigen Wochen noch einzigartig mit meinem gebrochenen Knochen herum spazierte, gab es mittlerweile noch drei weitere in der Unterkunft. Jedes Mal wenn wir uns auf den Gängen begegneten, gab es nur ein zustimmendes Nicken mit dem Ja-ja-so-ist-das-Blick.




Am folgenden Tag stand dann ein großes und wichtiges Wochenende an, es war nämlich Australia-Day. (Klar was auch sonst in Kanada?) Jedes Jahr am 26. Januar ist nationaler Feiertag im Gift-Tier-Land und wird natürlich entsprechend gefeiert. Einer der Traditionen ist dabei dem australischen Radiosender Triple J bei seinen Hottest 100 zuzuhören. Durch die Zuhörer abgestimmt, werden die besten 100 Lieder des letzten Jahres ohne Werbeunterbrechung platziert. Dabei wird die übliche Pop- und Rockmusik gekonnt ignoriert und stattdessen einheimische Bands und Sänger fokussiert, auch Neuseeland hat als Pazifikisolant seine musikalischen Finger mit im Spiel. Da Whistler nun bekanntlich fest in australischer Hand ist, gab es dementsprechend im ganzen Dorf passende Feste und Veranstaltungen. Auch unser Hostel mischte mit einem Grillfest und einer Radio-Liveübertragung mit. Der Countdown beginnt 12 Uhr Mittags Ortszeit und zieht sich bis in die späten Abendstunden. Aufgrund der Zeitverschiebung von ganzen 19 Stunden (Australien lebt schon im Sonntag) hatten wir in Kanada das Vergnügen den australischen Ehrentag zweimal zu feiern. Einmal am Samstag, um die Hottest 100 mitzuverfolgen und am Sonntag, wo dann der offizielle Tag noch einmal entsprechend mit Gesang, Trank und einer Portion Verrücktheit gewürdigt wurde.
Während wir uns also bei sonnigem Wetter und recht warmen Temperaturen auf der Hostel-Sonnenterasse aalten, wurden beim Brutzeln der Burger und Tofuwürstchen auf dem Grillrost Geschichten der vergangenen Australia-Days zum Besten gegeben. Das Bier wurde dabei immer frisch gekühlt aus einem mit Schnee gefüllten Eimer geholt und die käsigen Beine in die Sonn gehalten. Wenn man die Augen schloss und sich im Windschatten ausbreitete, konnte man tatsächlich einen Hauch von australischem Flair und Wärme verspüren.
Gegen 17 Uhr Whistler Zeit begann dann der Countdown-Spaß und während alle irgendwo einen Livestream mit sich herum schleppten, wurde der Abend mit Trinkspielen, unterhaltsamen Gesprächen und noch mehr flüssigen Köstlichkeiten voran getrieben. Um 9 Uhr wurde das Hostel in versammelter Mannschaft verlassen und alle machten sich auf den Weg zum größten Club im Dorf, wo selbstverständlich eine Liveübertragung des Raidosenders den Ton für die Nacht an gab. Hier wurde dann weiter getanzt, gelacht und ganz in australischer Tradition sich natürlich als Känguru, Koala oder nur mit einer Nationalflagge ver- und bekleidet. Zudem hörte man aus allen Ecken Vermutungen darüber, wer wohl die Nummer eins sein würde. Mein Tipp war natürlich Lorde mit ihrem Song „Royals“, doch leider verfehlte die sympathische Neuseeländerin die Polposition um genau eine Platzierung und machte aber auch auf dem zweiten Rank eine musikalische Figur. Sieger wurde Vance Joy mit seinem „Riptide“. Das Aussie-Lied habe ich vorher zwar noch nie gehört, aber es ist wohlverdient auf den ersten Platz gekommen. Ein schönes Sommerlied, welches mich seit dem Tag stets begleitet und regelmäßig einen grinsenden Ohrwurm verpasst.

Nachts um 3 oder 4 war der Spaß dann vorbei und alle Kängurus sind müde nach Hause gehoppelt. So also auch wir.
Der eigentliche Feiertag wurde dann mit einem ausgedehnten Ausschlafen eingeleitet und weiter auf dem Berg zelebriert. Nun hieß es also auch in der westkanadischen Zeitzone die Wombats tanzen zu lassen. Diejenigen unter ihnen, die nach der ersten Nacht noch in der Lage waren sich zu bewegen hat man dann auf den Skipisten in australischen Flaggen eingehüllt angetroffen. Die kreative Tierverkleidung gab es natürlich auch zu Hauf und passend zum sommerlichen und plusgrad-warmen Wetter haben sich sogar einige Mutige sogar nur in Badesachen und Bikini die Schneehänge hinunter gestürzt.
In meinen Augen haben solche Leute ja einen Orden, viel Freibier, mindestens eine Zeitungsüberschrift und ja sogar ein Denkmal verdient! Da braucht man gar nicht geizig sein und kann ruhig mal seine Hochachtung in allen Formen der Verehrung kundtun!


Mic und meine Wenigkeit in australischer Mission


Stets begleitet vom australischen Ausruf: „Aussie, aussie, aussie!“ auf den es nur eine richtige Antwort gibt: „Oi, Oi, Oi!!!“ haben Mic, Oskar und ich den Tag spaßig und ruhig angehen lassen. Beim Vorschlag den australischen Brunzruf mit „Kiwi, Kiwi, Kiwi!“ zu antworten hab ich mir eine unbegeisterte Kopfnuss eingefangen… man wundert sich warum nur.

Später am Abend war natürlich das Programm schon vorgeschrieben. Mit der gesamten australischen Mannschaft ging es in einer der viele Bars und Clubs zum abschließenden Festigen und damit war das Wochenende dann auch wieder geschafft.

Sogar in den kanadischen Bergen gibt es Kängurus, ob die globale Erderwärmung daran schuld ist?

Ryan mit Cookie-Monster-Gips

Graffiti-Gips und Ellysha



Sonntag, 16. Februar 2014

Australisches Whistler Tag 3 - 8


Nachdem Flo sich bereits in der ersten Nacht gut im Hostel eingelebt hatte, hieß es dann am Morgen den Berg zu erkunden. Frischer Schnee hat dabei für besonders gute Abfahrten und Laune gesorgt. Und so bestand unser alltägliches Treiben darin den Tag über auf dem Berg zu verbringen und in den späteren Abendstunden mit den Jungs und anderen Hostelbekanntschaften sich die Zeit mit Gesellschafts- und Kartenspielen zu vertreiben. Am Wochenende hatte dann die Wettervorhersage für ein besonders großes Lächeln gesorgt, da massenhaft Schnee (ca. 25-30cm) angesagt wurden. So hieß es also am Samstag früh aufstehen und so viel wie möglich des weißen Glücks ausnutzten! Tja, nur leider waren wir nicht die Einzigen, die auf diese geniale Idee gekommen sind. Während wir die anderen Tage immer gemütlich durch die für Warteschlangen vorgesehenen Absperrungen spaziert sind und eine Gondel luxuriös für uns und unsere Alberein beschlagnahmen konnten, sah es an diesem Wochenende ganz anders aus. Schon am Parkplatz wunderten wir uns über die vielen Fahrzeuge und am Gondelplatz erlitten wir fast einen Herzinfarkt. Beide Gondeln waren von bunten Ski- und Snowboardbekleideten Menschen voll gestellt. Die Warteschlangen zogen sich bis in den Dorfkern hinein und das sonst so friedliche und ruhige Resort ging nun in einem überlaufenen Gebrabbel unter. Die Jungs und ich hatten zum Glück einen Saisonpass und mussten uns daher nicht um einen Liftpass kümmern, Flo hingegen musste sich erst ein Tagesticket kaufen, wofür es natürlich auch eine gewaltige Schlange gab. Während Kasper seine Skibrille im Hostel vergessen hatte und zurück gefahren ist, Paul krank im Bett lag, sind Mic und Oskar zum Sessellift gegangen (hier war die Schlange noch halbwegs annehmbar), stand Flo am Ticketschalter und ich irgendwo im Getümmel. Ich wusste, dass wenn ich Flo hier alleine lassen würde, wir uns auf dem Berg nicht wieder finden würden, also wartete ich geduldig mit ihr.
Nach gefühlten 3 Tagen - okay so schlimm war es auch nicht, aber nach zwei(!!!) Stunden hatten Flo und ich es endlich auf den Berg geschafft und standen vor unserer ersten Abfahrt. Clever wie wir natürlich sind, haben wir uns eine abgelegene Piste ausgesucht, in der Hoffnung die Menschenmassen würden nicht hierher kommen. Stimmte auch, aber dass hier keiner hin kam hatte auch seinen Grund. Die Piste war nämlich nicht präpariert und wurde den gewaltigen Schneemassen überlassen. Was eigentlich nach dem ultimativen Powder-Spaß klingt stellte sich als ein mühseliger Arbeitsakt heraus. Schönen fluffigen und leichten Schnee, wie wir uns den erhofft und gewünscht hatten gab es nicht, dafür den hässlichen Bruder der feucht und schwer ist. In Skifahrersprache heißt das, wenn man nicht den ultimativen Quadratlatschen-Powder-Ski hatte, um elegant auf dem Schneefeld davon zu schweben, dann blieb man mit seinen All-Mountain-Rockers bei jeder Kurve stecken und stand Knietief im festen Schnee fest. Ohne Stöcke, dafür aber mit Gipsarm hat man sich mit vollem Körpereinsatz versucht herauszuwinden und hat dabei regelmäßig die Balance verloren. Anstatt geschmeidiges runterbrausen hieß es also Gruppenkuscheln mit dem Schnee. Ist die ersten zwei, drei Mal noch irre witzig und man freut sich einen Keks, aber nachdem man sich 10 Mal gegen den Schnee gekämpft hat und noch mehr als die Hälfte der Strecke vor sich hat, kommt der Spaß und die intensive Schneefreundschaft an seine Grenzen. Ein Rundumblick zeigte uns aber, dass wir nicht die Einzigen untalentierten Tiefschnee-Rollmöpse sind. Sogar der ein oder andere Skilehrer hatte kurzzeitig die Sportart zum Schneeschwimmen gewechselt.
Glücklich und total fertig hatten wir nach weiteren 45 Minuten dann doch endlich eine präparierte Piste gekreuzt und nahmen auch die vorbei rauschenden Menschenmassen in Kauf. Erschöpft am Lift angekommen, erreichte uns dann die Nachricht von den Jungs, dass sie die Schnauze voll haben und zurück zum Hostel fahren. Flo und ich waren zwar körperlich etwas ausgelaugt, aber haben es gar nicht eingesehen nach erst einer Abfahrt (bzw. einem hinunter Purzeln) wieder zurück zu fahren. Also deklarierten wir die Jungs als Schnee-Weicheier und nahmen uns vor alle störenden Skifahrer, die unerlaubt unseren Weg kreuzten, einfach von der Piste zu schubsen. (mit meinem Gipsarm klappt das besonders gut) Der Abend wurde dann wohlverdient ruhig mit Kochen und Kartenspielen verbracht.
Am Sonntag stand natürlich wieder Skifahren auf dem Programm und abends dann das Hostel-Highlight. Der traditionelle Pub Crawl mit einer entsprechenden Pre-Party im Gemeinschaftsraum, wo sich jeder Feierfreudige Hostelbewohner (also alle) mit Bier und lustigen Spielen aufhielt, um den Abend lustig einzustimmen. Im lustigen Treiben von Kingscup, Billard, Beer-Pong und Drink-Jenga wurden wir dann vom Hostelmitarbeiter und Pub Crawl Leiter unterbrochen, um rechtzeitig den Bus ins Dorf zu kriegen. Nach dieser Ansage wurde der Raum in Sekundenschnelle menschenleer und alle verkrümelten sich in die Lobby und quetschten sich anschließend in den überfüllten und lauten Bus. (Mein Beileid an den Busfahrer an dieser Stelle, er hat sich zwar verfahren – haha – aber uns letztendlich doch noch an der richtigen Stelle abgeliefert.) Der weitere Verlauf gestalte sich klassisch. Man trank, man tanzte, man verlierte sich, man fand sich wieder, man war plötzlich doch allein und man endete (bestenfalls) wieder im Hostel, wo man auch alle anderen mit ihren Geschichten wieder antraf.
Nach dieser Nacht verwundert es nicht, dass am nächsten Morgen keiner wirkliche Ambitionen hatte auf den Berg zu gehen. So entschloss sich unsere kleine Kamloops-Gruppe stattdessen zu einem Spaziergang und einem anschließenden Nacho-Fress-Fest im Hostel. Nicht weit von unserer Herberge entfernt befand sich ein Train Wreck Track, der ein Stück entlang der Eisenbahnschienen, durch einen urwaldigen Wald und entlang eines Flusses verlief. Im düsteren Blätterwald war Verlaufen natürlich vorprogrammiert, aber wie immer haben wir es doch noch irgendwie geschafft die bunten Graffiti besprühten Zugüberreste ausfindig zu machen und konnten darin umher klettern und uns gegenseitig erschrecken.
Nach zwei oder auch drei Stunden rumhüpfen, waren die Beinchen genügend ausgetreten, der Kater der Jungs wegspaziert und alle hungrig. Also gab es auf Wunsch von Flo ein großes Nacho- und Tacoabendmahl. Gemeinsam beim Monopolyspielen ließen wir uns die Guacamole- und Beandips mit den Chips schmeckten und zelebrierten so, in Erinnerung schwelgend, Flos letzten Abend. Am nächsten Morgen würde sie nämlich früh das Hostel verlassen, um dann am Nachmittag ihren Flug in Vancouver zurück nach Deutschland zu kriegen.
Eine gewisse melancholische Stimmung lag in der Luft und verlieh den Lachern einen traurigen Unterton. Wieder heißt es Abschiednehmen und diesmal würde mich Flo, meine einzige weibliche Unterstützung, verlassen und mit dem Testosteron alleine lassen…


Happy Flo