Mit einem weinenden und einem lachenden Auge startete am
Sonntag meine fünfstündige Bustour nach Kamloops quer durch die wundervolle
Landschaft der Rocky Mountains. Natürlich verbrachte ich die meiste Zeit der
Fahrt sabbernd an der Fensterscheibe und starrte regungslos in die Ferne und
Gipfel. Aber der Bus hatte auch Wifi und Steckdosen (wie geil ist das denn?)
und so konnte ich parallel die Aussicht genießen, E-Mails checken und meinen
Blog verfassen.
Doch all die Ablenkung half nicht gegen die immer mehr
zunehmende Aufregung. Jeder Kilometer, den ich mich der 90.000 Einwohnerstadt näherte,
ließ mein Herz ein unkontrolliertes Beat-Konzert veranstalten. (Heey, mein
Körper und ich sollten eine Band gründen ?!) Aber warum eigentlich die ganze
Nervosität? Wegen der zunehmenden Höhe? Wegen der engen und steilen Kurven?
Wegen der dort lebenden Bären, Elche, Kojoten und Wölfe? Wegen des sehr heißen
und trockenen Klimas und den Buschbränden? Nein – viel schlimmer!
In wenigen Minuten würde ich meine Gastfamilie treffen und Gott wer weiß wie die drauf sind. In den letzten Jahren habe ich in vielen Gastfamilien gewohnt und bis auf wenige Ausnahmen waren alle unglaublich freundlich und hilfsbereit und man hatte einfach eine gute Zeit, aber es handelte sich auch immer nur um kurze Aufenthalte. Diesmal ist hier die Rede von 4 Monaten. Das kann gut und gerne ins Auge gehen.
In wenigen Minuten würde ich meine Gastfamilie treffen und Gott wer weiß wie die drauf sind. In den letzten Jahren habe ich in vielen Gastfamilien gewohnt und bis auf wenige Ausnahmen waren alle unglaublich freundlich und hilfsbereit und man hatte einfach eine gute Zeit, aber es handelte sich auch immer nur um kurze Aufenthalte. Diesmal ist hier die Rede von 4 Monaten. Das kann gut und gerne ins Auge gehen.
Aber btw. Warum eigentlich eine Gastfamilie? Schließlich bin
ich doch keine 15 mehr, auch wenn das die Bier- und Sektverkäufer gerne immer
noch denken… Aufgrund der folgenden Punkte fiel mir die Entscheidung
dahingehend jedoch leicht:
1) ich muss mich nicht um Einkaufen und Kochen kümmern
1) ich muss mich nicht um Einkaufen und Kochen kümmern
2) ich verbessere jeden Tag mein Englisch
3) ich habe gleich von Anfang an Kontakte
4) es ist billiger als im Studentenwohnheim oder eigene
Wohnung
5) auch in einer WG kann man unglaublich viel Pech mit
seinen Roommates haben
6) ich erfahre das wahre und ungeschminkte Leben echter Kanadier
6) ich erfahre das wahre und ungeschminkte Leben echter Kanadier
Okay so weit so gut, jetzt heißt es nur noch Familie finden.
Ist es das ältere Pärchen mit dem Karohemd, den dicken Brillengläsern und dem
Cowboyhut vorne am Ausgang? Oder doch die etwas opulenteren Herrschaften in
Jogginghose und Turnschuhen auf der Bank? Nein es sind die schlanken Veganer
mit dem Minihund dadrüben! Kaum hat mich die Mutter gesehen, kam gleich die
Frage: „Are you Jane?“ Jaaa! „Oh
hello Sweety! How are you? How was the bustour? Are you hungry or do like to
rest a bit? Oh btw. I’m Christina and this is my husband Grant.” – Wow äh oke. Total
geflashed von den ganzen Fragen und Eindrücken, machten wir uns gemeinsam auf
den Weg nach Hause und wir haben uns sofort verstanden. Die ganze Fahrt zum
Haus und beim Dinner haben wir ununterbrochen über uns und Gott und die Welt
unterhalten. Wir verstanden uns auf Anhieb.
Die Mutter ist eine hyperaktive, total liebe, fürsorgliche
und großartige Köchin, der Vater ein lustiger und aktiver Musiker und auch mein
Gastbruder ist ein sehr angenehmer Zeitgenosse. Alle sind seit 3 Jahren vegan,
musikalisch, aktiv, sportlich, unternehmungsfreudig, lustig und sind zusammen viel
auf reisen. Im Großen und Ganzen eine Familie wie aus dem Bilderbuch. Sie
besitzen ein großes Haus mit einem Balkon der einem eine unglaubliche Aussicht
auf das Tal, die Stadt und die umliegenden Berge verschafft. Im Keller befindet
sich ein extra Apartment, wo der Sohn mit einem Mitbewohner zusammen lebt. Es
befinden sich ca. hundert von verschiedenen Musikinstrumenten und nahezu ein
eigenes Tonstudio im Haus – zu Schade, dass ich nicht mal fähig bin Klanghölzer
richtig zu benutzen. Direkt neben dem Musikraum findet man einen Billardtisch,
ein Heimkino und eine eindrucksvolle Sammlung an Pfeilspitzen und historischen
Steinen, Waffen und anderem alten Zeug. Man könnte hier fast ein Museum
eröffnen. Für mich gibt es neben einem wunderschönen und gemütlichen Zimmer
auch ein eigenes Bad mit Badewanne und Dusche.
Gekocht wird hier jeden Tag und Tofu kommt den Veganern gar nicht in die
Tüte, ab und zu Soja ist für sie okay, aber die meiste Zeit gibt es Mandelmilch
und Gemüse in allen möglichen Formen und ein frischer Salat aus dem Garten darf
natürlich auch nicht fehlen. Es ist hier ein wahres Paradies für
Pflanzenfresser – und ich hatte schon Angst, dass ich mich die ganze Zeit von
Wasser und Bier ernähren muss und locker 15 Kilo mehr auf den Rippen nach Hause
schleppen darf. Scheint vielleicht doch nicht der Fall zu sein, da ich mich
nicht nur unglaublich gesund ernähre, sondern auch mein Laufprogramm wieder
gestartet habe.
D.H.: jeden zweiten Tag laufen und das bei den Hügeln – oh mein Gott. Da dachte man joggen in Thüringen sei die Hölle, aber angesichts der Berge hier, ist Mitteldeutschland ein Witz. Eine halbe Stunde die Hügel hochkraxeln und ich atme wie ein Asthmapatient nach einem Marathon. Hoffentlich wird das noch besser, ansonsten gibt es hier je Menge Wanderwege, wovon ich einen mit der Gastmutter schon erkundet habe und wir auf einen kleineren Berg gestiegen sind, um die wundervolle Aussicht auf die Stadt zu genießen – einfach traumhaft hier! Ich werde mich mit Sicherheit hier wohl fühlen!
D.H.: jeden zweiten Tag laufen und das bei den Hügeln – oh mein Gott. Da dachte man joggen in Thüringen sei die Hölle, aber angesichts der Berge hier, ist Mitteldeutschland ein Witz. Eine halbe Stunde die Hügel hochkraxeln und ich atme wie ein Asthmapatient nach einem Marathon. Hoffentlich wird das noch besser, ansonsten gibt es hier je Menge Wanderwege, wovon ich einen mit der Gastmutter schon erkundet habe und wir auf einen kleineren Berg gestiegen sind, um die wundervolle Aussicht auf die Stadt zu genießen – einfach traumhaft hier! Ich werde mich mit Sicherheit hier wohl fühlen!
Achja wer mir eine Postkarte senden will oder einfach die Gegend bei Googleearth stalken möchte, hier die Adresse:
Fam. Lucas
Thor Drive 84
Kamloops, BC
V2C 6P8
V2C 6P8