Zitat

"Das Leben wird nicht gemessen an der Zahl der Atemzüge, sondern an den Orten und Momenten, die uns den Atem rauben."

Montag, 26. August 2013

The Beauty of Vancouver












Nach entspannten 8 Stunden Schlaf starte ich um 7 Uhr in den sonnigen Tag. Memo an mich: schlaflose Partynächte vor dem Abflug helfen gegen Jetlag. Hätte mir das mal jemand früher gesagt, dann hätte ich mich damals die erste Woche in Neuseeland nicht so gequält. Beim zweiten Mal ist man halt doch immer schlauer.

Zum Frühstück gab es meine geliebten Haferflocken und einen netten Plausch mit einer Kanadierin, einem Kiwi und natürlich einem Deutschen. Auch hier im Land der Elche und Streifenhörnchen sprießt die Lederhosen- und Bratwurstgesellschaft wie Pilze aus dem Boden, man entkommt den Deutschen einfach nicht, egal wie viele tausende Kilometer man reist. Ein kurzer Traveler-Smalltalk verschaffte einen guten Überblick über die Leute und die Stadt und dann ging es auch schon los zur großen Sightseeing-Tour. Die Programmpunkte Lookout, Hafenspaziergang, Fahrradtour durch den Stanleypark, Chinatown, Planschen am Strand im Sonnenuntergang und Vancouver bei Nacht wurden erfolgreich und mit einem Dauergrinsen abgearbeitet. Unglaublich wie wunderschön diese Stadt ist! Beim knapp 170 Meter hohen Lookout konnte man die einmalige Kulisse mit den majestätischen Bergen, dem endlosen Pazifikozean sowie dem saftig grünem Stanleypark genießen. Zwischen den Naturschönheiten erstreckt sich ein Meer aus gigantischen Glas- und Betonfassaden. Diese konnte man besonders gut beim Spaziergang entlang der Hafenpromenade begutachten. Das Zusammenspiel von luxuriösen Wolkenkratzern und niedlich bunten Hausbooten ist eine Mischung für sich, die den Charme der Stadt ausmacht. Man merkt hier sofort die enge Naturverbundenheit. Wie sollte es auch anders sein, wenn man unberührte und vielfältige Natur direkt vor der Haustür hat? Bestes Beispiel ist der naturbelassene und wunderschöne Stanleypark in dem man sich super verlaufen kann und mitten im Zentrum einer Millionenstadt einfach mal komplett alleine ist und vergeblich einen Gleichgesinnten sucht. Da der Park riesig ist, entschloss ich mich ein Fahrrad auszuleihen und auf diese Weise die Stadt zu erkunden. Im Vergleich zu sämtlichen Großstädten in Deutschland, ist es ein Traum hier Fahrrad zu fahren. Es gibt überall Fahrradwege und sollte es mal keine geben, sind die Straßen breit genug, um beim Fahren keine hysterischen Panikanfälle zu bekommen, dass man von einem Auto überrollt wird. Als Belohnung für die sportliche Erkundschaftung ging es zum Lunch in ein veganes Restaurant, wo ich mir eine 14 schichtige Gemüselasagne mit Wallnusstopping und einem Sauerampfersalat mit Avocadodressing und Sojakeimlingen gegönnt habe. In Chinatown bummelte ich dann etwas umher, es ist zwar der Größte in ganz Nordamerika, aber letztendlich sind alle Chinatowns irgendwie gleich. Es ist laut, bunt, dreckig und überall gibt es asiatische Läden, Restaurants und seltsame asiatische Gestalten. Dann also doch lieber zum Sunset Beach, der seinem Namen mit dem glitzernden Wasser gerecht wird. Nach einem erfischenden Plansch ging es wieder zurück zum Lookout, um die Dämmerung von oben zu beobachten. Geprägt von den vielen tollen Eindrücken machte ich mich auf den Weg zurück zum Hostel.

Es ist eine wirklich unglaubliche Stadt, kein Wunder, dass hier die höchste Lebensqualität weltweit herrscht und die Leute sehen weit weniger gestresst aus als in anderen Großstädten. Überhaupt sind alle viel lockerer und freundlicher (ah fernab vom Flughafen ist Kanada also doch lieb und sympathisch). Hier vergeben die Busfahrer einfach so kostenlose Fahrscheine. „So you have no coins anymore? No worries, I give you a lift for free.“ Auch der nette Obststandverkäufer in North Vancouver konnte irgendwie nicht aufhören mir noch mehr Obst zu schenken. „Here try one of these and these!! It’s really good. Take one more!” Naaagut wenn’s unbedingt sein muss. Vollständig mit Pflaumen, Pfirsichen, Krischen und Nektarinen beladen, beobachtete ich die sportlichen Vancouverianer bei ihren täglichen Workouts. Die einmalige Metropole am Pazifik scheint wohl einer der aktivsten der Welt zu sein (Mal von Queenstown in Neuseeland abgesehen). Wenn nicht gerade eine Horde Fahrradfahrer an einem vorbei rast, dann joggen, slacklinen, segeln, inlinern und fliegen Massen von durchtrainierten Sportfreaks um einen herum. Zwischen 16.30 und 17.30 Uhr gibt es am Hafen sogar eine Yogastunde für Lau. Aber der wohl populärste Sport hier drüben scheint mit Abstand Skifahren und Skateboarden zu sein. Nahe zu jeder, also wirklich JEDER, watschelt mit einem Skateboard in Hand rum. Dabei spielt es keine Rolle, ob es der erfolgreiche Anzugmensch, der einfache Straßenarbeiter mit Feierabendbier, ein grasrauchender Hippie oder die schickmicky Tussie von neben an ist. Einfach alle rollen hier fröhlich rum – unglaublich beeindruckend. Scheint wohl so, als wenn ich das auch noch lernen muss...

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