Zitat

"Das Leben wird nicht gemessen an der Zahl der Atemzüge, sondern an den Orten und Momenten, die uns den Atem rauben."

Dienstag, 4. Februar 2014

Kiwi Kiwi Kiwi Aussie Neujahr



Wichtige Meldung vorweg:
Aus mysteriösen und mir nicht logisch zu erschließenden Gründen kann ich keine Fotos mehr hochladen. Mit meinem hochkompetenten Computer- und Technologiegeschick versuche ich das Problem in den nächsten Jahrzehnten zu lösen oder alternative Lösungen ausfinden zu machen. Doch bis dahin müsst ihr euch mit eurer Bilderfantasie und meinem Buchstabensalat zufrieden geben.
Sorry for that!


Edit:
Dank meiner technologischen Fähigkeiten, wurde das Foto-Problem gelöst.
Enjoy the pics!


Am 30. Dezember machten sich Kiera und Flo mit den Jungs auf den Weg nach Vancouver, um in der Sea-To-Sky-Stadt den Jahreswechsel elegant auf einem Maskenball zu verbringen, während Oskar, Kasper und Mic jedoch dann weiter nach Whistler fuhren und in dem quirligen Skiresort das Jahr 2014 begrüßen würden. Ich hingegen schlug den Weg in die entgegengesetzte Himmelsrichtung ein und fuhr knappe 3 Stunden mit dem Bus wieder nach Revelstoke.
Gegen 10 Uhr abends atmete ich aufgeregt die eiskalte Bergluft ein und begrüßte erneut das kuschelige Skigebietstädtchen. Mit meinem Gipsärmchen hievte ich mein Backpack und meine neu erworbene Snowboardtasche aus dem Bus und hoffte innig, dass Andre mich diesmal nicht verschlafen würde. Etwas nervös wuselte ich auf dem Busparkplatz rum und versuchte ei(ge)nhändig meine Gepäckstücke einzeln aus dem Schnee in die Halle zu transportieren, als mir plötzlich eine Hand dazwischen kam und mir mein Backpack aus der Hand riss. „It’s too funny to watch you carrying all this stuff, so let me do it!“ Entgegnete mir eine bekannte Stimme im Kiwiakzent und lächelte mich an. “Uh I’m impressed, you made it out of your bed!” antwortete ich und umarmte Andre herzlich. In seinem Truck ging es dann in seine Wohngemeinschaft, wo sich bekannte Gesichter beim abendlichen Rumblödeln versammelt hatten und mich sichtlich erheitert in Empfang nahmen. Zusammen mit Matt, Aden aus Neuseeland, die ich schon beim Blue River Besuch kennengelernt hatte, und Matt 2 (auch Denko genannt) aus Australien wurden beim abendlichen Plausch Neuheiten ausgetauscht, Gipsarme ausgelacht und von der mexikanischen Sonne gebräunte Haut und blondierte Haarprachten bewundert. Danach hieß es aber schnell ins Bett, da jeder von uns recht müde war und Andre am nächsten Tag mit mir Skifahren gehen würde.
Gesagt, getan. Pünktlich um 9 ging es zum Skigebiet und bei gutem Schnee erkundeten Andre mit seinem Snowboard und ich mit Banff und Jasper das Skigebiet mit größtem Vergnügen. Wenn ich nicht gerade damit beschäftig war Neujahreswünsche per Sms pünktlich zum deutschen Sylvester nach HauseHHhhhHHh<<<HhgriodgdkfhjgierjHHHH zu verschicken, dann hörte ich Andre dabei zu wie er in den Sesselliften jedem Insassen meine besondere Schneeballschlachtbegebenheit erzählte und als wäre das nicht schon schlimm genug, schmückte er die Geschichte auch noch mit skurrilen Informationen aus. (Die Leichtgläubigen unter ihnen werden jetzt bestimmt jedem berichten, dass sie ein Mädchen getroffen haben, dass ihren Ellenbogen bei einer nackten Schneeballschlacht gebrochen hat – also falls die Story bis nach Deutschland durchdringt, dann wisst ihr ja jetzt, dass es sich dabei um mich handelt.)
Nach einem intensiven Sporttag belohnten wir uns mit einem Bier in der Talstation und läuteten damit den Beginn des Jahresendes ein. Zurück in der WG hieß es dann auch schon sich fertig machen und bei einer anfangs gemütlichen Sitzrunde sich einzustimmen. Dabei machte ich Bekanntschaft mit einem ganz besonderen Mädchen. Ihr Name ist Jane, sie kommt aus Neuseeland, ist blond, ca. 165cm groß, hat eine sportliche Statur und wir haben uns auf Anhieb prima verstanden. Die Jungs hielten uns für Geschwister und ich bin mir sicher, dass Andre das auch bestimmt irgendwelchen Leuten im Laufe des Abends weiß gemacht hat. Zudem hatten wir auch noch nahezu dasselbe Oberteil an, zum Glück hatte ich aber einen Gips, um uns unterscheiden zu können.
Gegen 10 Uhr ging es dann in die erste Bar im Kern des Skidorfes, wo wir den Countdown gemeinsam mitgröllten. Zwei Stunden später änderten wir die Location und tanzten im 5 Minuten entfernten Nachtclub weiter, bis dieser pünktlich um 4 Uhr morgens seine Pforten verschloss und wir dann bei einem ungeplanten Spaziergang nach Hause watschelten.
Während Andre, Denko und Matt am nächsten Morgen früh zum Arbeiten aufstehen mussten, konnte ich in aller Ruhe ausschlafen und zusammen mit Bob Marley und Jack Johnson den Tag ruhig angehen lassen und mich vollstens Entspannen. Ein Tag zum Gammeln war dann aber auch genau, denn die nächsten fünf Tage würde ich mit Skifahren (wer hätte das gedacht), Spaziergängen, Stadterkundungen und gemütlichen Leseaktivitäten verbringen. Zusammen mit den Jungs war auch für gesellige Film- und Quatschabende gesorgt. Gekocht, sogar vegan, wurde auch und einfach eine entspannte und sorglose Zeit genossen. Einbisschen Trubel gab es dann am dritten Skitag, als viel Neuschnee und strahelnder Sonnenschein vorhergesagt wurde, was magisch auf alle im Umkreis befindlichen Schneesportler gewirkt hat und somit für ein Massenangebot der nervigen Sorte an der Gondel sorgte. Ganze 45 Minuten musste ich mich in die Warteschlange einreihen, um dann einen der begehrten Plätze auf dem Weg nach oben zu ergattern. Doch wie bereits erwähnt, ist das Skigebiet mit den zahlreichen Abfahrtsmöglichkeiten riesig, sodass sich die Menschenmassen gleichmäßig verteilt haben und ich trotzdem meine Lieblingspisten nahezu für mich alleine hatte. Im Alles-Meins!-Gefühl war ich dann aber doch dankbar die schwarze Piste mit jemanden geteilt zu haben, da ich bei einem akrobatischen Purzelbaum meine Skiier gute 60 Meter bergauf verloren hatte und ein sozialer Skigefährte freundlicherweise diese für mich einsammelte und mir mit einem „Are you alright?“ übergab.
Am 6. Januar hieß es dann erneut Abschied nehmen. Diesmal von Andre, seinen Freunden und Larry White natürlich – der sich nach dem Mexikotrip, dank zahlreicher Aufkleber, reichlich verändert hatte, aber nach wie vor seinen Travel-Charme beibehalten hat. Pünktlich um 18 Uhr wurde ich zur Bushaltestelle gebracht und sogar mein Gepäck noch in den Bus verstaut. Damit war die gemütliche Zeit in Revelstoke vorbei und leider auch die Begegnung mit Andre in Kanada beendet. Während er noch bis April in den Bergen arbeiten würde, würde ich andere Plätze in Kanada besuchen und erkunden. Aber vielleicht (oder ganz sicher) würde ich eines Tages meine Kiwibekanntschaften auf ihrer heimischen Pazifikinsel wieder besuchen. Sofern sich da noch irgendwelche Kiwis aufhalten und nicht wieder in der gesamten Weltgeschichte ihr Avocado-Unwesen treiben.
Ein letztes Winken aus dem Busfenster und dann starte die 13-stündige Reise durch die Nacht. Quer durch British Columbia und am nächsten Morgen würde ich um 9 Uhr in Whistler ankommen und ein nächstes Reisekapitel starten. Doch vorher durfte ich noch mit ungemütlichen Bussitzstuhl-Leidensgenossen Bekanntschaft schließen und mir u. a. von einem Australier und zwei Kanadiern ihre bereits 7-stündige Busfahrtgeschichte anhören und den Kanadier hinter mir für seine seit 6 Tagen Non-Stop-Reise im ein- und denselben Bus bemitleiden. Als Dank wurde mir dann in am nächsten Morgen zwischen 6 und 7 Uhr beim Gepäcktragen zum nächsten Bustransfer geholfen. Dann trennten sich unsere Wege und ich hatte noch eine kurze zwei  Stunden Fahrt auf einem der landschaftlich schönsten Straßenabschnitte vor mir. Leider habe ich diese nur in Intervallen zwischen meinen unbequemlichkeits bedingten Schlafunterbrechungen wahrnehmen können.
Wie es mir dann bei meiner Ankunft in Whistler erging, erfahrt ihr bald im nächsten Beitrag.


Sylvester Matt & Andre

50 Minuten anstehen für die Gondel...







Kiwi Matt & Aussie Matt

Kiwi Aden







Larry White in verschönerter-Sticker-Form

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