Sorry for that!
Dank meiner technologischen Fähigkeiten, wurde das Foto-Problem gelöst.
Enjoy the pics!
Am 30. Dezember machten sich Kiera
und Flo mit den Jungs auf den Weg nach Vancouver, um in der Sea-To-Sky-Stadt
den Jahreswechsel elegant auf einem Maskenball zu verbringen, während Oskar,
Kasper und Mic jedoch dann weiter nach Whistler fuhren und in dem quirligen
Skiresort das Jahr 2014 begrüßen würden. Ich hingegen schlug den Weg in die
entgegengesetzte Himmelsrichtung ein und fuhr knappe 3 Stunden mit dem Bus wieder
nach Revelstoke.
Gegen 10 Uhr abends atmete ich
aufgeregt die eiskalte Bergluft ein und begrüßte erneut das kuschelige
Skigebietstädtchen. Mit meinem Gipsärmchen hievte ich mein Backpack und meine
neu erworbene Snowboardtasche aus dem Bus und hoffte innig, dass Andre mich
diesmal nicht verschlafen würde. Etwas nervös wuselte ich auf dem Busparkplatz
rum und versuchte ei(ge)nhändig meine Gepäckstücke einzeln aus dem Schnee in
die Halle zu transportieren, als mir plötzlich eine Hand dazwischen kam und mir
mein Backpack aus der Hand riss. „It’s too funny to watch you carrying all this stuff, so let me do it!“ Entgegnete
mir eine bekannte Stimme im Kiwiakzent und lächelte mich an. “Uh I’m impressed, you made it out of your
bed!” antwortete ich und umarmte Andre herzlich. In seinem Truck ging es
dann in seine Wohngemeinschaft, wo sich bekannte Gesichter beim abendlichen
Rumblödeln versammelt hatten und mich sichtlich erheitert in Empfang nahmen. Zusammen
mit Matt, Aden aus Neuseeland, die ich schon beim Blue River Besuch
kennengelernt hatte, und Matt 2 (auch Denko genannt) aus Australien wurden beim
abendlichen Plausch Neuheiten ausgetauscht, Gipsarme ausgelacht und von der
mexikanischen Sonne gebräunte Haut und blondierte Haarprachten bewundert.
Danach hieß es aber schnell ins Bett, da jeder von uns recht müde war und Andre
am nächsten Tag mit mir Skifahren gehen würde.
Gesagt, getan. Pünktlich um 9 ging
es zum Skigebiet und bei gutem Schnee erkundeten Andre mit seinem Snowboard und
ich mit Banff und Jasper das Skigebiet mit größtem Vergnügen. Wenn ich nicht
gerade damit beschäftig war Neujahreswünsche per Sms pünktlich zum deutschen
Sylvester nach Hause
zu verschicken, dann hörte ich Andre dabei zu wie er in den Sesselliften jedem
Insassen meine besondere Schneeballschlachtbegebenheit erzählte und als wäre
das nicht schon schlimm genug, schmückte er die Geschichte auch noch mit
skurrilen Informationen aus. (Die Leichtgläubigen unter ihnen werden jetzt
bestimmt jedem berichten, dass sie ein Mädchen getroffen haben, dass ihren
Ellenbogen bei einer nackten Schneeballschlacht gebrochen hat – also falls die
Story bis nach Deutschland durchdringt, dann wisst ihr ja jetzt, dass es sich
dabei um mich handelt.)
Nach einem intensiven Sporttag
belohnten wir uns mit einem Bier in der Talstation und läuteten damit den
Beginn des Jahresendes ein. Zurück in der WG hieß es dann auch schon sich
fertig machen und bei einer anfangs gemütlichen Sitzrunde sich einzustimmen. Dabei
machte ich Bekanntschaft mit einem ganz besonderen Mädchen. Ihr Name ist Jane,
sie kommt aus Neuseeland, ist blond, ca. 165cm groß, hat eine sportliche Statur
und wir haben uns auf Anhieb prima verstanden. Die Jungs hielten uns für
Geschwister und ich bin mir sicher, dass Andre das auch bestimmt irgendwelchen
Leuten im Laufe des Abends weiß gemacht hat. Zudem hatten wir auch noch nahezu
dasselbe Oberteil an, zum Glück hatte ich aber einen Gips, um uns unterscheiden
zu können.
Gegen 10 Uhr ging es dann in die
erste Bar im Kern des Skidorfes, wo wir den Countdown gemeinsam mitgröllten.
Zwei Stunden später änderten wir die Location und tanzten im 5 Minuten
entfernten Nachtclub weiter, bis dieser pünktlich um 4 Uhr morgens seine
Pforten verschloss und wir dann bei einem ungeplanten Spaziergang nach Hause
watschelten.
Während Andre, Denko und Matt am
nächsten Morgen früh zum Arbeiten aufstehen mussten, konnte ich in aller Ruhe
ausschlafen und zusammen mit Bob Marley und Jack Johnson den Tag ruhig angehen
lassen und mich vollstens Entspannen. Ein Tag zum Gammeln war dann aber auch
genau, denn die nächsten fünf Tage würde ich mit Skifahren (wer hätte das
gedacht), Spaziergängen, Stadterkundungen und gemütlichen Leseaktivitäten
verbringen. Zusammen mit den Jungs war auch für gesellige Film- und
Quatschabende gesorgt. Gekocht, sogar vegan, wurde auch und einfach eine
entspannte und sorglose Zeit genossen. Einbisschen Trubel gab es dann am
dritten Skitag, als viel Neuschnee und strahelnder Sonnenschein vorhergesagt
wurde, was magisch auf alle im Umkreis befindlichen Schneesportler gewirkt hat
und somit für ein Massenangebot der nervigen Sorte an der Gondel sorgte. Ganze
45 Minuten musste ich mich in die Warteschlange einreihen, um dann einen der
begehrten Plätze auf dem Weg nach oben zu ergattern. Doch wie bereits erwähnt,
ist das Skigebiet mit den zahlreichen Abfahrtsmöglichkeiten riesig, sodass sich
die Menschenmassen gleichmäßig verteilt haben und ich trotzdem meine
Lieblingspisten nahezu für mich alleine hatte. Im Alles-Meins!-Gefühl war ich
dann aber doch dankbar die schwarze Piste mit jemanden geteilt zu haben, da ich
bei einem akrobatischen Purzelbaum meine Skiier gute 60 Meter bergauf verloren hatte und
ein sozialer Skigefährte freundlicherweise diese für mich einsammelte und mir
mit einem „Are you alright?“ übergab.
Am 6. Januar hieß es dann erneut Abschied nehmen. Diesmal von
Andre, seinen Freunden und Larry White natürlich –
der sich nach dem Mexikotrip, dank zahlreicher Aufkleber, reichlich verändert
hatte, aber nach wie vor seinen Travel-Charme beibehalten hat. Pünktlich um 18 Uhr wurde ich zur Bushaltestelle
gebracht und sogar mein Gepäck noch in den Bus verstaut. Damit war die gemütliche
Zeit in Revelstoke vorbei und leider auch die Begegnung mit Andre in Kanada
beendet. Während er noch bis April in den Bergen arbeiten würde, würde ich
andere Plätze in Kanada besuchen und erkunden. Aber vielleicht (oder ganz
sicher) würde ich eines Tages meine Kiwibekanntschaften auf ihrer heimischen
Pazifikinsel wieder besuchen. Sofern sich da noch irgendwelche Kiwis aufhalten
und nicht wieder in der gesamten Weltgeschichte ihr Avocado-Unwesen treiben.
Ein letztes Winken aus dem
Busfenster und dann starte die 13-stündige Reise durch die Nacht. Quer durch
British Columbia und am nächsten Morgen würde ich um 9 Uhr in Whistler ankommen
und ein nächstes Reisekapitel starten. Doch vorher durfte ich noch mit
ungemütlichen Bussitzstuhl-Leidensgenossen Bekanntschaft schließen und mir u.
a. von einem Australier und zwei Kanadiern ihre bereits 7-stündige
Busfahrtgeschichte anhören und den Kanadier hinter mir für seine seit 6 Tagen
Non-Stop-Reise im ein- und denselben Bus bemitleiden. Als Dank wurde mir dann
in am nächsten Morgen zwischen 6 und 7 Uhr beim Gepäcktragen zum nächsten
Bustransfer geholfen. Dann trennten sich unsere Wege und ich hatte noch eine kurze
zwei Stunden Fahrt auf einem der landschaftlich schönsten Straßenabschnitte vor
mir. Leider habe ich diese nur in Intervallen zwischen meinen unbequemlichkeits
bedingten Schlafunterbrechungen wahrnehmen können.
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