Zum dritten und letzten Mal bin ich unter dieser schönen
Berglandschaft aufgewacht und habe etwas wehleidig meinen Schlafsack endgültig
zusammen gepackt, denn es war der berühmte Rückreisesonntag. Wenigstens
gestaltete sich unser Rückweg sehr ereignisreich.
Zunächst ging es ca. 10Km in westlicher Richtung aus Banff
raus. Beim Verlassen verabschiedete sich jeder von uns mit einem lauten „See
you soon Banff!“ Auf dem Highway und anschließend auf einer kleinen Landstraße
(oder Berg/Waldstraße) starrten wir alle aus dem Fenster, da wir und vor allem
die Franzosen unbedingt Wildlife sehen wollten. Mathias, Feli und ich hatte
schon das Glück einen Bären zu Gesicht zu bekommen, aber David und Stéph leider
noch nicht und so dirigierten sie uns: „Mathias and David, you watch the right
side! Jane and I look to the
left side and Feli.. yo you’re the driver so focus on the road!” Trotz
der durchdachten Strategie und klaren Anweisungen bekamen wir keinerlei Elche,
Kojoten oder Bären zu Gesicht. Aber zumindest gab es ab und an Mal einen Vogel,
damit David laut „WILDLIFE!!!“ schreien konnte.
Den Frust über die trägen Tiere konnten wir dann im Johnston
Canyon wegwandern. Von einem Fluss und mehrerer Wasserfälle wurde über
Jahrhunderte ein hübscher Graben ins Gestein geschleift und ermöglichte am Rand
eine dichte Waldvegetation mit vielen bunten und saftigen Pflanzen. Da wir
recht früh am Morgen unterwegs waren, sind wir glücklicherweise den
Touristenmassen entkommen, denn dieser kleine und kostenlose Spaziergang ist
vor allem bei asiatischen Reisebusunternehmen äußerst beliebt, aber diese
stürmen erst nach 10 Uhr die engen Weggassen und so hatten wir den Park und die
Wasserfälle fast ganz für uns alleine. Zurück auf dem Parkplatz mussten wir
jedoch erstmal unser Auto suchen, da komplett alles zugestellt war.
Als wir uns dann doch im Autodschungel gefunden haben ging
es weiter Richtung Lake Louise, wohl einer der berühmtesten Sehenswürdigkeiten
im Banff Nationalpark und das meistfotografierteste Naturspektakel – zu recht!
Dieser Gletschersee ist selbst im Sommer nur maximal 10°C „warm“ und hat eine grüntürkis
leuchtende Färbung, die das Wasser der vielen Mineralien und der kalten
Temperatur zu verdanken hat. Wenn man bis zum gegenüberliegenden Ufer schaut,
wird einem auch ganz schnell klar vorher das kommt. Umringt von Gebirgen mündet
am anderen Ende der Gletscher direkt ins Wasser. Wir konnten sogar einige
Lawinen dabei beobachten wie sie in ihrer gewaltigen Schönheit in den See
rauschten. Wenn das Mal nicht ein perfekter Ort für eine – drei mal dürft ihr
raten… -Wanderung ist. Stéphane’s Knie ging es leider immer noch nicht besser,
daher haben les amis beschlossen im Auto zu bleiben und im Wald Ausschau nach
wilden Tieren zu halten. Währenddessen machten Mathias, Feli und ich uns auf
den steilen Weg nach oben, um zum bekannten Teehaus zu gelangen. Durch dichten
Wald, vorbei an einem niedlichen Mirror Lake bis hinauf zum Lake Agnes. Na,
schon durcheinander gekommen mit den ganzen Seen? Keine Sorge, ich auch!
Nach nur kurzer Zeit waren wir auch schon oben angekommen und konnten die weitläufige Aussicht auf alle möglichen Gebirge genießen. Aber wenn man erstmal aus der Anstrengung raus ist, bemerkt man doch wie kalt es hier ist und was ist eigentlich dieses weiße Krisselzeug, das die ganze Zeit von oben runter fliegt? Wohl ein Zeichen Gottes ins rustikale Teehaus zu gehen und sich mit einer Suppe und warmen Getränken aufzuwärmen. In der gemütlichen Holzhütte herrschte Hochbetrieb und alle Plätze waren besetzt, aber der würzige Duft des Tees ließ uns einfach nicht gehen, also mussten wir unser Sonntagslächeln aufsetzen und uns an den nächstbesten Tisch dazumogeln. „Heeeey, how are you? Is on your table some space left? Sweet, nice to meet you!” Und schon hatten wir neue Freunde gefunden. Wir gesellten uns an den Tisch von Melissa aus den USA und „The Canadian“ aus Kanada. Ich habe keine Ahnung wie „The Candian“ wirklich heißt, Melissa hat ihn uns so und nicht anders vorgestellt. Eine warme Stärkung und etwas Smalltalk später war die gesprächige Melissa sofort ein Herz und eine Seele mit uns. Beide wollten alles über uns wissen, was, wann, wie und überhaupt warum wir hier studieren und waren schwerst beeindruckt von unseren Reiseunternehmungen. Sie waren schon in den Mittvierzigern und hatten soweit noch keine großen Reisen unternommen, weswegen sie viele Fragen über Europa, Afrika, Hawaii und Neuseeland stellten. Melissa scherzte unentwegt über sich und ihre amerikanischen Mitbürger. So weit ist sie die einzige Amerikanerin, die ich kennengelernt habe und sie hat viele Klischees erfüllte. Bekleidet mit einer kurzen Hose und einem T-Shirt ist sie zum Wandern in die Berge gekommen und erzählte uns, dass sie extra etwas französisch gelernt hatte für die vier Tage, die sie in Alberta verbringen würde und gestand ein, dass sie nicht wirklich viel von Kanada weiß und daher sehr beeindruckt war, dass alle anderen Weltbewohner die USA besser kennen als die Amerikaner selbst. Beim Nächsten Mal würde sie sich auch mehr informieren und wissen, dass man französisch nur in Québec, ca. 5000Km weiter östlich, spricht. Eine Facebook-Freundschaft und ein dokumentierender Eintrag im Internetportal durfte zum Schluss natürlich auch nicht fehlen.
Nach nur kurzer Zeit waren wir auch schon oben angekommen und konnten die weitläufige Aussicht auf alle möglichen Gebirge genießen. Aber wenn man erstmal aus der Anstrengung raus ist, bemerkt man doch wie kalt es hier ist und was ist eigentlich dieses weiße Krisselzeug, das die ganze Zeit von oben runter fliegt? Wohl ein Zeichen Gottes ins rustikale Teehaus zu gehen und sich mit einer Suppe und warmen Getränken aufzuwärmen. In der gemütlichen Holzhütte herrschte Hochbetrieb und alle Plätze waren besetzt, aber der würzige Duft des Tees ließ uns einfach nicht gehen, also mussten wir unser Sonntagslächeln aufsetzen und uns an den nächstbesten Tisch dazumogeln. „Heeeey, how are you? Is on your table some space left? Sweet, nice to meet you!” Und schon hatten wir neue Freunde gefunden. Wir gesellten uns an den Tisch von Melissa aus den USA und „The Canadian“ aus Kanada. Ich habe keine Ahnung wie „The Candian“ wirklich heißt, Melissa hat ihn uns so und nicht anders vorgestellt. Eine warme Stärkung und etwas Smalltalk später war die gesprächige Melissa sofort ein Herz und eine Seele mit uns. Beide wollten alles über uns wissen, was, wann, wie und überhaupt warum wir hier studieren und waren schwerst beeindruckt von unseren Reiseunternehmungen. Sie waren schon in den Mittvierzigern und hatten soweit noch keine großen Reisen unternommen, weswegen sie viele Fragen über Europa, Afrika, Hawaii und Neuseeland stellten. Melissa scherzte unentwegt über sich und ihre amerikanischen Mitbürger. So weit ist sie die einzige Amerikanerin, die ich kennengelernt habe und sie hat viele Klischees erfüllte. Bekleidet mit einer kurzen Hose und einem T-Shirt ist sie zum Wandern in die Berge gekommen und erzählte uns, dass sie extra etwas französisch gelernt hatte für die vier Tage, die sie in Alberta verbringen würde und gestand ein, dass sie nicht wirklich viel von Kanada weiß und daher sehr beeindruckt war, dass alle anderen Weltbewohner die USA besser kennen als die Amerikaner selbst. Beim Nächsten Mal würde sie sich auch mehr informieren und wissen, dass man französisch nur in Québec, ca. 5000Km weiter östlich, spricht. Eine Facebook-Freundschaft und ein dokumentierender Eintrag im Internetportal durfte zum Schluss natürlich auch nicht fehlen.
Nach dem sehr interessanten und unterhaltsamen Gespräch
mussten wir uns wieder auf den Weg zum Auto begeben und die zwei Bärenjäger
empfangen. Kurz bevor wir
unsere Rechnung bezahlen wollten wedelte „The Candian“ uns mit den Worten „It’s
okay, I’ll pay for you, you need your money for the study and all the other
nice traveltrips.“ weg. Dankbar verabschiedeten wir uns und verließen
das niedliche Teehaus.
Zurück am See trafen wir auf die etwas betrübten Franzosen,
die leider immer noch keinen Erfolg mit den plüschigen Artgenossen hatten.
Nun ging es noch weiter und weiter in den Westen. Wir
entfernten uns immer mehr vom 1885 gegründeten und damit drittältesten
Nationalpark der Welt und erreichten schon fast die Randausläufer der
kanadischen Rockies. Doch ein letzter Zwischenstopp an den Takakkaw Falls
durfte natürlich nicht fehlen. Die 254m hohen Wassermassen werden von einem
Gletscher gespeist und ergeben ein wunderschönes Bild. Absperrungen oder
sonstige Hindernisse gab es keine und so konnte man, wenn man den Mut dazu
hatte, direkt am Füße des Wasserfalls baden und duschen und diese Wassergewalt
hautnah erleben. (Nein wir Weicheier diesmal leider nicht)
Lange verweilen konnten wir leider nicht, da das Wetter
nicht sonderlich rosig war und uns auch die Zeit etwas davon glitt. Zurück im
Auto träumten wir alle vom Wochenende vor uns hin und schweiften in unseren
ganz persönlichen Erinnerungen bis Stéphane laut „Beeeeer!!“ schrie. Was? Wo?
Aus sämtlichen Tagträumen gerissen schauten wir gespannt aus dem Fenster und
versuchten ein braunes Etwas zu erspähen. Aber nichts zu sehen, lag wohl daran,
dass Stéph „Beer“ und nicht „Bear“ meinte. Ist auch echt nicht einfach mit
diesen englischen Tieren, im Auto muss man schon ziemlich aufpassen was man
sagt, da sonst ganz schnell beim romantischen Ausruf „Ach Liebling…“ eine
Vollbremsung folgen kann, weil der Fahrer einen Hirsch erwartet hat. („Oh dear/
deer“)
In unserem Fall war auch wirklich das Flüssige gemeint, da
Stéph eingefallen ist, dass wir vergessen hatten Bier in Alberta zu kaufen. Aber
warum eigentlich Bier in Banff kaufen und 500Km rumschleppen? Zahlreiche
Parties an der Uni haben doch schon bewiesen, dass es in Kamloops auch welches
gibt oder kommt wegen uns Studenten die Stadt mit dem Nachschub nicht
hinterher? Nein der Grund liegt in der Regierung der kanadischen Provinzen.
Ähnlich wie in Deutschland, ist jede Provinz in einigen Teilbereichen selbst
für die Verwaltung und Gesetze verantwortlich und so hat die Provinz Alberta,
wozu Banff auch gehört, niedrigere Steuern als British Columbia, daher ist Bier
dort ziemlich billig und Stéph hat sich fest vorgenommen einen kleinen Vorrat
anzuschaffen. Nunja.. das wurde dann wohl verschlafen und so mussten wir ohne
Prozente zurück in Kamloops einreisen.
Angekommen mitten in der Nacht ging ein wunderbarer und
ereignisreicher Trip zu Ende, der wohl noch lange in guter Erinnerung bleiben
wird und mit dessen Geschichten und Erlebnissen ich meine Enkel im Schaukelstuhl
langweilen werde.
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